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Glückszahlen, Geburtstage und die Quote

Die Chance ist mit jeder Zahl gleich. Was sich an den Quoten ablesen lässt – und was nicht.

Wissen · ehrlich beantwortet

Glückszahlen, Geburtstage und die Quote

Viele Menschen wählen Lottozahlen nach Geburts- oder Jahrestagen. Wie viele genau, weiß niemand – die Lottogesellschaften veröffentlichen keine Auswertung der abgegebenen Tipps. An der Gewinnchance ändert die Zahlenwahl ohnehin nichts. Eine andere Frage ist, ob sie die Gewinnhöhe berührt.

Chance und Teilung sind zwei verschiedene Dinge

Jede Kombination aus sechs Zahlen ist exakt gleich wahrscheinlich. 1-2-3-4-5-6 hat dieselbe Chance auf sechs Richtige wie 7-13-22-31-38-45, nämlich 1 zu 13.983.816. Daran ändert keine Zahlenwahl etwas.

Unterschiedlich kann nur sein, wie viele andere dieselbe oder eine ähnliche Kombination spielen. Weil bei LOTTO 6aus49 jede Gewinnklasse unter allen Gewinnern aufgeteilt wird, bekommt jeder weniger, wenn mehr Menschen dieselben Zahlen getroffen haben. Ein Datum liefert nur Zahlen von 1 bis 31, ein Monat nur 1 bis 12 – wer so auswählt, nutzt die Zahlen 32 bis 49 nie.

Was sich daraus ableiten lässt – und was nicht

Ob Kalenderzahlen tatsächlich beliebter sind, lässt sich nur indirekt prüfen: über die Quoten. Das haben wir für die Gewinnklasse „3 Richtige" getan; Ergebnis, Methode und Grenzen stehen unten. Für die höchste Gewinnklasse ist das nicht messbar, dafür gibt es je Ziehung zu wenige Gewinner.

Nicht belegt sind verbreitete Einzelbehauptungen – etwa, dass bestimmte Zahlen wie die 19 wegen Jahreszahlen besonders oft getippt werden, oder wie viele Menschen Muster wie Diagonalen ankreuzen. Wir nennen deshalb keine Zahlen dazu.

Ein ehrliches Wort

Ein Geburtstagstipp ist keine schlechte Wahl, wenn er einem etwas bedeutet: Die Chance ist dieselbe wie bei jeder anderen Kombination. Wer ohnehin frei wählt, kann Zahlen über 31 einbeziehen; nach unserer Messung spricht einiges dafür, dass die Quote dann im Mittel etwas höher ausfällt. Zusichern lässt sich das für einen einzelnen Tipp nicht. Warum auch „heiße" und „kalte" Zahlen an der Chance nichts ändern, steht unter Die häufigsten Lottozahlen.

Was die Quoten über Kalenderzahlen verraten

Welche Zahlen wie oft getippt werden, veröffentlicht kein Veranstalter. Indirekt lässt es sich aber an den Quoten ablesen. Gut geeignet ist die Gewinnklasse „3 Richtige": Ihr Topf wird unter sehr vielen Gewinnern aufgeteilt. Werden Zahlen gezogen, die viele getippt haben, gibt es mehr Gewinner, und die Quote je Gewinner sinkt.

Bei LOTTO 6aus49 lag die Quote für drei Richtige in 2.564 Ziehungen von 2002 bis Juli 2026 im Median um 14,4 % niedriger, wenn fünf oder sechs der gezogenen Zahlen im Bereich 1 bis 31 lagen, als wenn es höchstens zwei waren (je Jahr normiert). Das spricht dafür, dass Kalenderzahlen häufiger getippt werden – an der Gewinnchance ändert es nichts. Methode und Grenzen

Methode, Ergebnis und Grenzen

Frage: Ist die Quote für drei Richtige niedriger, wenn viele der gezogenen Zahlen im Kalenderbereich 1 bis 31 liegen? Daten: alle 2.564 Ziehungen von LOTTO 6aus49 vom 01.01.2002 bis 25.07.2026 mit veröffentlichter Quote der Gewinnklasse „3 Richtige“ (ohne Zusatz- bzw. Superzahl). Normierung: Jede Quote wird durch den Median derselben Regelära im selben Kalenderjahr geteilt; 1,000 entspricht einer durchschnittlichen Ziehung jenes Jahres. Vergleich: Gruppe A = 5 oder 6 der 6 gezogenen Zahlen ≤ 31, Gruppe B = höchstens 2. Formel: Unterschied = 1 − Median(A) / Median(B). Test: Mann-Whitney-U; 95-%-Intervall per Bootstrap (2.000 Wiederholungen).

Ergebnis je Regelära
ZeitraumZiehungen A / B Unterschied95-%-Intervall z
2002 bis 2026 gesamt745 / 27414,4 %12,8 % bis 16,9 %-15,1
Zusatzzahl-Ära bis 03.05.2013329 / 13412,2 %9,5 % bis 15,4 %-9,3
Superzahl-Ära ab 04.05.2013416 / 14017,3 %14,0 % bis 19,3 %-11,8

Nimmt man nur die Ziehungen, in denen alle sechs Zahlen ≤ 31 lagen (120 Ziehungen), beträgt der Unterschied zu Gruppe B 19,8 %. Die Prozentzahl hängt also davon ab, welche Gruppen man vergleicht – hier gilt durchgängig der Vergleich A gegen B.

Normierte Quote nach Anzahl der Zahlen ≤ 31 (gesamt)
Zahlen ≤ 31Ziehungen Median normierte Quote
0 von 641,102
1 von 6441,097
2 von 62261,068
3 von 66881,046
4 von 68571,000
5 von 66250,922
6 von 61200,859

Grenzen:

Reproduzierbar mit tools/auswertung_geburtstagseffekt.py (fester Stichtag 25.07.2026, fester Zufallsstartwert).

Was der Befund bedeutet – und was nicht

Er passt zu der verbreiteten Annahme, dass Kalenderzahlen häufiger getippt werden. Ein direkter Nachweis ist er nicht: Wir sehen nur die Quoten, nicht die abgegebenen Tipps. Andere Einflüsse auf die Zahl der Gewinner innerhalb eines Jahres gleicht die Normierung nicht aus.

Er belegt ausdrücklich nicht, dass hohe Zahlen häufiger gezogen würden: Jede der 49 Zahlen hat dieselbe Wahrscheinlichkeit, und die Gewinnchance einer Kombination hängt von der Zahlenwahl nicht ab. Er betrifft nur die Höhe einer Quote, und auch das nur im Mittel über viele Ziehungen – für einen einzelnen Tipp lässt sich daraus keine geringere Zahl von Mitgewinnern zusichern.

Gemessen ist nur die Gewinnklasse „3 Richtige" bei LOTTO 6aus49. Für die oberen Klassen gibt es zu wenige Gewinner je Ziehung, um den Zusammenhang stabil zu messen; für Eurojackpot haben wir ihn nicht ausgewertet.

Zum Vergleich: Zahlenfolgen

Dieselbe Rechnung für Ziehungen mit mindestens einer direkten Zahlenfolge wie 23-24 (1.282 Ziehungen) gegen solche ohne (1.282): Mit Folge lag die normierte Quote im Median um 2,0 % höher. Das deutet darauf hin, dass Folgen etwas seltener getippt werden – der Zusammenhang ist aber deutlich schwächer als bei den Kalenderzahlen.

Alle Zahlen stammen aus unserem eigenen Archiv (Stand 08/2026, wächst automatisch). Keine Auswertung dieser Seite erhöht die Gewinnchance irgendeines Tipps; ob und was du spielst, entscheidest allein du. Alle Angaben ohne Gewähr.