EuroJackpot · Serien

Zahlenserien & doppelte Ziehungen

7-8-9 wirkt unwahrscheinlich — ist es aber nicht. Was das Archiv über Folgen und Wiederholungen sagt.

Serien

Wie oft fallen direkt aufeinanderfolgende Zahlen?

Viele meiden Zahlenfolgen wie 7-8 oder 23-24-25 — sie wirken „zu unwahrscheinlich". Die Rechnung sagt etwas anderes, und das Archiv bestätigt sie:

Ziehungen mit mindestens einer Zweierfolge 34 % (345 von 1.001)
Rechnerisch erwartet 35 %
Längste Folge einer Ziehung 4 Zahlen in Serie (02.05.2014)

Beobachtung und Erwartung liegen beieinander — Serien sind normal, nicht selten. Für den Teilungsschutz sind sie trotzdem zweischneidig: Auffällige Muster wie 1-2-3-4-5 tippen viele Menschen gleichzeitig. Wer gewinnt, teilt.

Wiederholungen

Fiel je eine komplette Ziehung doppelt?

Nein — in 1.001 archivierten Ziehungen kam keine Kombination doppelt. Auch das ist kein Muster, sondern schlicht die Größe des Zahlenraums.

Grundlage: alle 1.001 archivierten Ziehungen. Häufigste Paare und Dreiergruppen · Zur Statistik-Übersicht

Einordnung

Zahlenfolgen: Eindruck und Messung

Der Denkfehler

Eine Reihe wie 1-2-3-4-5-6 wirkt auf fast jeden unmöglich. Der Grund ist ein Denkfehler, den die Psychologie gut beschrieben hat: Wir bewerten eine Kombination danach, wie „zufällig" sie aussieht, statt danach, wie wahrscheinlich sie ist. Tatsächlich ist jede einzelne Kombination beim Ziehen exakt gleich wahrscheinlich — 1-2-3-4-5-6 genauso wie 4-11-23-29-38-45.

Was sich unterscheidet, ist die Anzahl der Kombinationen einer Sorte. Es gibt sehr viele unregelmäßig aussehende und sehr wenige geordnet aussehende. Deshalb sehen die meisten Ziehungen unregelmäßig aus — nicht, weil Ordnung seltener gezogen würde, sondern weil es von ihr weniger Exemplare gibt.

Was die Quoten über Zahlenfolgen verraten

Auf die Gewinnwahrscheinlichkeit hat die Wahl der Zahlen keinen Einfluss. Bei LOTTO 6aus49 haben wir gemessen, ob Ziehungen mit einer direkten Zahlenfolge andere Quoten für drei Richtige haben: Im Median lag die Quote um 2,0 % höher als ohne Folge (1.282 gegen 1.282 Ziehungen, je Jahr normiert). Das ist ein kleiner Hinweis, dass Folgen etwas seltener getippt werden – deutlich schwächer als der Zusammenhang mit Kalenderzahlen. Für Eurojackpot haben wir das nicht ausgewertet.

Wie Sie das nachrechnen

Die Tabelle oben vergleicht die beobachtete Häufigkeit von Zahlenfolgen mit dem rechnerisch erwarteten Wert. Liegen beide nah beieinander, verhalten sich Folgen beim Ziehen wie jede andere Struktur.

Die realen EuroJackpot-Quoten der Vergangenheit stehen im Archiv, die Häufigkeiten je Zahl in der Statistik.